Ausstellung

ZUKUNFTSMUSIK – eine Ausstellung zu Audio- Visuellen Visionen des Netzwerk I Medien I Kunst in den Technischen Sammlungen Dresden

9.11.-25.11.2018 ZUKUNFTSMUSIK – eine Ausstellung zu Audio- Visuellen Visionen des Netzwerk I Medien I Kunst in den Technischen Sammlungen Dresden

WISP Collective: Dickicht von Felix Deufel aka Laszlo

Der Soundkünstler Felix Deufel lebte und arbeitete von September bis Oktober 2017 für zwei Monate als ​Artist in Residence ​ des Max Mueller Bahavan Goethe Instituts in Bangalore, Indien, wo er in Kollaboration mit The Indian Sonic Research Organisation ein 3D-Soundlabor aufbaute und mit einem ersten Workshop eröffnete.  Überwältigt, geschockt und beeindruckt von der Fülle, Dichte und Dynamik der urbanen Soundscape der Stadt, sammelte und archivierte er während seines Aufenthalts zahlreiche Aufnahmen von verschiedenen Orten in Bangalore. Sein besonderes Augenmerk lag darin, die beispiellose Vielfalt der (Stör-) Geräusche und charakteristischen Klänge naturgetreu und realistisch zu dokumentieren.

Deufel setzt sich seit einigen Jahren künstlerisch und technisch intensiv mit 3D-Audio Aufnahme- und Wiedergabeverfahren als Stilmittel und immersives Medium in der Klangkunst auseinander. So spielt auch bei seinen Field Recodrings die Lokalisierbarkeit und naturgetreue Abbildung der Soundscapes eine bedeutende Rolle. Mit Hilfe räumlicher Aufnahmeverfahren und Techniken gelang es ihm, ein akustisches Bild der Großstadt Bangalore in spezieller räumlicher Art und Weise zu dokumentieren. Das so entstandene Archiv an Klängen spielt, mischt und arrangiert Deufel live auf einem Multikanal-3D-Soundsystem und gibt damit Einblicke in seine persönliche, subjektiv wahrgenommene akustische Realität der Stadt, vergleicht, verzerrt, überspitzt, verharmlost sie und zeigt dabei empfundene Stimmungen und Gefühle.  Das Projekt versteht sich als ongoing Project, in dessen Rahmen sich der Künstler schon seit Jahren mit Soundscapes beschäftigt und rund um den Globus Fieldrecordings sammelt als auch spielt.


Simon Rittmeier: Drexciya

Thomas arbeitet als Schlepper für europäische Flüchtlinge, die sich ein besseres Leben in Afrika erhoffen. Eines Tages sinkt sein Boot und er gelangt als einziger Überlebender an die afrikanische Küste. Er macht sich auf den Weg in die nächste Großstadt – Drexciya.


Gina Czarnecki & Ulf Langheinrich: Spintex


CIRCUIT-CONTROL Lötspektakel

„CIRCUIT-CONTROL/Lötspektakel“ ist das Festival für einen kreativen Umgang mit dem Lötkolben, initiiert von Alwin Weber in der ersten Oktoberwoche 2018. Ein eigenes Musikinstrument bauen, einen Mini-Roboter konstruieren oder eine Lichtskulptur löten?

Kein Problem! Zum „CIRCUIT-CONTROL“ Festival werden alle Interessierten Menschen an einem der vielen Löt-Workshops und Kurse teilnehmen oder einfach nur zuschauen und sich inspirieren lassen.

In Kooperation mit dem FabLab Dresden wird eine Installation zum Thema ZUKUNFTSMUSIK entstehen, bei dem die Teilnehmer die Möglichkeit haben, 3D Drucker, Lasercutter und Ätzequipment mit zu benutzen

Die Teilnehmer des „CIRCUIT-CONTROL“ kommen aus Deutschland, Österreich, England, Holland, Spanien, der Schweiz und der Tschechischen Republik. Darunter sind sowohl Künstler, Musiker, Programmierer und Ingenieure. Die Teilnehmer erarbeiten für die Ausstellung eine Installation unter dem Titel LOWTECH VOODOO.


KEVIN STRÜBER: Common Sense

„Common Sense“ ist eine interaktive Installation aus acht Klangwesen. Diese stehen in einem stetigen Austausch. Jedes Wesen kann senden und empfangen. Sprechen und hören. Genau wie die Besucher. Es ist sensibel und kann die Geräusche der Besucher und der Artgenossen wahrnehmen. Es imitiert, was es hört und hat dabei natürliche Eigenschaften, die manche Töne lauter machen. Wird diese Eigenresonanz angeregt, schwingt das Blech stärker und somit lauter. Das bemerken natürlich auch die anderen Wesen und reagieren ihrerseits darauf. Dadurch generieren sich stetig unvorhergesehene Ausdrucksweisen und Kompositionen und vielleicht sogar Musik.

Die Arbeit untersucht emergentes Verhalten. Das Phänomen der Emergenz beschreibt das Gesamtverhalten einer Gruppe, das nicht unmittelbar aus dem Verhalten jedes einzelnen Mitglieds abzuleiten ist. Der Raum lädt ein, sich niederzulassen um zu lauschen oder mit der bereitgestellten Kopfbedeckung Teil des Schwarms zu werden.

Es entsteht ein Klangerlebnis, bei dem man sich immer wieder selbt entdeckt in den wirren Lauten, die die Installation von sich gibt. Was gesagt wird, wird in den Strudel von „Common Sense“ aufgenommen und verfremdet, bis es nur noch eine abstrakte Erinnerung ist.

Das Projekt war ein Semesterprojekt an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle im Fachbereich Industriedesign. Ich wurde von Amelie Hinrichsen (Produktdesignerin) und Till Bovermann (Informatik / Klang) betreut.

Zum Ablauf des Semesters:
Das Thema des Projektes war „Interspecies“. Die klangliche Kommunikation zwischen nicht-menschlichen Sepzies. Anstatt mir eine solche Spezies zu suchen, habe ich eher eine neue geschaffen. Gleichzeitig hat mich das Phänomen der Emergenz sehr interessiert und ich wollte eine solche Emergenz auf einer klanglichen Ebene erreichen. In der frühen Phase haben wir als Projekt-Gruppe Experimente durchgeführt, bei denen wir unsere Umwelt klanglich nachahmten. Weil auch nachgeahmt wird, was jedes Gruppenmitglied macht, entstehen ein interessantes Verhalten und neue Ausdrucksweisen. Dann habe ich diesen Experiment-Aufbau in eine technische Übersetzung gebracht – die Bleche mit ihren Körperschallwandlern (Stimme) und den Piezos (Ohr).Die Körperschallwandler können das Blech in (akustische) Schwingung versetzen, die Piezos können diese Signale wieder wahrnehmen. Über das Computerprogramm Supercollider, in das Till Bovermann uns Studierende eingeführt hat, und gewissermaßen über die Luft (den Schall) sind sie miteinander vernetzt. Ihren klanglichen Charakter bekommen sie zum einen von der Programmierung / Verknüpfung und zum anderen durch ihre Materialität, Aluminium-Blech und die Körperschallwandler.

Zur Angabe der Beteiligten: Das Projekt war ein Einzelprojekt, aber natürlich gab es Konsultationen mit den Professoren und Kommilitonen und die erwähnte Unterstüzung von Till Bovermann.


Tabita Rezaire: PREMIUM CONNECT

Der Idee des Cyberspace als Hort eines weissen, männlichen, westlichen, rationalen «Entdeckers» setzt Tabita Rezaire in ihren Arbeiten u. a. afrikanische Denktraditionen, Spiritualität, weibliche Sexualität entgegen, mit dem Ziel einer Dekolonialisierung und «Heilung» (Rezaire). Im Video ‹Premium Connect› bringt sie etwa mit der nigerianischen Philosophieprofessorin Sophie Oluwole den Binärcode des Digitalen mit der Binärformel des Ifa-Orakels der Yoruba zusammen. Umgekehrt nutzt Rezaire auch den Cyberspace als Bild, um von spirituellen Praktiken als Informationsaustausch zu sprechen, als eine Art «divine Internet».


Robotron – a tech opera

Robotron ist die erste Seifenoper, die in der Computerindustrie der DDR spielt und sich mit der Computerentwicklung in einer Planwirtschaft und dem Alltag in Ostdeutschland beschäftigt. Der VEB Kombinat Robotron war der größte Computerhersteller der ehemaligen DDR und einer der bedeutendsten Produzenten von Informationstechnologie im sozialistischen Osteuropa. Anhand der eigenen Familiengeschichte zeichnet Buttendorf eine Technikgeschichte nach die heute niemanden mehr interessiert. In diesem autobiografisch inspirierten fiktiven Beziehungsdrama übernimmt die Künstlerin in Personalunion Regie, Kamera, Drehbuch, Maske, Kostüm, Sounddesign, Lichttechnik sowie alle Rollen. Inspiriert von Nasime Aghdam, bekannt als Youtube Shooter, oszilliert Robotron zwischen Star Trek, Gute Zeiten, schlechte Zeiten und Snapchat-Ästhetik. Robotron – a tech opera: Eine Soap über DDR Technikgeschichte und emotionale Verwirrungen. Stay tuned für die folgenden Staffeln!

Staffel 17 Episodes + Bonusmaterial

Gesamtlänge 13min 40sec